Bergbahnen - jede dritte brauch Hilfe

Schneearme Pisten

 

Viele Bergbahnen sind in Bedrängnis

 

Von Jahr zu Jahr geht es vielen Bergbahnen schlechter. Nach dem Start in die fast schneelose Wintersaison 2015/2016 wird es nicht besser.

Nur noch jede dritte Bergbahn ohne Hilfe von Staat oder Sponsoren

Wenig Schnee in den Skigebieten

Von Jahr zu Jahr geht es vielen Bergbahnen schlechter. Seit dem Winter 2008/2009 sinken die Umsätze. Alleine in der letzten Wintersaison verzeichneten die Bahnen im Zehnjahresvergleich 20 Prozent weniger Karteneinnahmen.

Mit dem diesjährigen schlechten Start ohne Schnee, mit grünen Pisten und einem starken Franken sieht es noch düsterer aus.

Nur noch ein Drittel der Betriebe kann sich selber finanzieren. Ein weiterer Drittel hängt von Darlehen und Sponsorenbeiträgen und ein letztes Drittel von der öffentlichen Hand, wie Gemeinden und Kantonen ab.

 

Es könnte deshalb, sofern die jetzige Saison sich weiter so schlecht entwickelt, durchaus zu einem eigentlichen Bergbahnen - Sterben kommen.

Dieses Szenario würde in den einzelnen Regionen wirtschaftlich seine Kreise ziehen und Hotels, Restaurants, Handwerker und andere Zulieferer in Bedrängnis bringen.

 

Für diese verzwackte Situation kann jedoch nicht nur, wie von den Akteuren gerne und oft ins Feld geführt dem starken Franken, dem ein wenig aus der Mode geratenen Trend zum Skifahren und dem wirtschaftlichen Umfeld Europas, die Schuld gegeben werden.

Viele Probleme sind auch hausgemacht. So wurde von der Politik, nicht zuletzt unter Mitwirkung einer starken Handwerkerlobby, sowie von den Banken zu fest auf den zum Teil exzessiven Ausbau des Angebots an Ferienwohnungen gesetzt. Die einstmals blühende Hotellerie wurde von allen diesen Akteuren und teilweise auch von den Hoteliers selbst arg vernachlässigt oder gar abgeschrieben.

Dabei wurde vergessen, dass eine Ferienwohnung im Vergleich zu einem attraktiven und gut laufenden Hotel pro Saison eine viel geringere Anzahl Gäste an den Lift und in das Dorf bringt.

Expansionsdrang der Bergbahnen
Foto:keyston

Viele der Bahnen konnten von ihrem Expansionsdrang nicht genug kriegen und bauten immer mehr, grössere, schnellere und folglich auch teurere Bahnen.

An die immense Verschuldung wurde zu wenig oder gar nicht gedacht.

 

Ebenso ist nicht nur der nachlassende Trend hin zum Skifahren an den schwachen Umsätzen Schuld. Die angebotenen Tages- und Saisonkarten sind für eine vierköpfige Familie schlicht und einfach nicht mehr bezahlbar und so wendet man sich wohl oder übel anderen Aktivitäten und anderen Destinationen zu.

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