Das Fehlen der Russen schmerzt

Russen in St. Moritz
Foto:picture-alliance.dpa

 

Viele Russen verzichten auf eine Auslandreise

 

Alleine Deutschland rechnet im Moment mit 30 Prozent weniger russischer Gäste. Dies bedeutet, dass im Vergleich zu 2014 rund 300‘000 Gäste weniger zu verzeichnen sind.

Das Wegbleiben der Russen kostet Millionen Euro

Foto:Keystone
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Für viele Russen ist es, man kann es fast nicht glauben, eine Frage des Patriotismus in diesen „schwierigen“ Zeiten ihre Ferien und Vergnügungsreisen im Inland zu verbringen. Ebenso gilt es nicht mehr als schick seine medizinischen Probleme im Ausland behandeln zu lassen oder mit europäischen und schon gar nicht mit amerikanischen Produkten zu prahlen. Ein iPhone ist zum Beispiel ganz und gar nicht mehr angesagt und gilt als unpatriotisch.

 

Aber auch die wirtschaftliche Krise im Land verursacht durch allgemeine Misswirtschaft, innen- und aussenpolitische Sanktionen, den tiefen Ölpreis und den damit verbundenen Zerfall des Rubel machen es vor allem dem gut betuchten russischen Mittelstand unmöglich weiterhin auf so hohem Fuss zu leben.

 

Drei Branchen bekommen dies besonders zu spüren.

Die Einkaufstouren im Ausland fallen weg. Darunter leiden wiederum hauptsächlich die Edelboutiquen und die teuren Restaurants in Berlin, in München, in Zürich und in St. Moritz.

 

Ebenso vermisst die Hotellerie im Premium Segment ihre Gäste aus dem Osten. Von den dadurch entstandenen Verlusten der Tourismusindustrie in der Türkei und in Ägypten haben wir auf diesem Blog ja schon berichtet.

 

Als dritte Branche bemerkt auch der Medizintourismus das Ausbleiben der Russen. Alleine der Währungszerfall macht Behandlungen in Deutschland oder der Schweiz um ein vielfaches teurer. Nach Schätzungen gehen den Kliniken dadurch etwa 30 bis 40 Prozent des Umsatzes mit russischen Patienten oder bis zu 50 Millionen Euro pro Jahr verloren.

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Kommentare: 1
  • #1

    ricco4n7 (Montag, 11 Januar 2016 10:54)

    Man merkt das Fehlen der Russen auch in einer Stadt wie Zürich. Ich war letzten Monat dort und habe mit dem Herren an der Rezeption im Hotel Leoneck gesprochen, der hat auch gesagt, dass sie weniger Umsatz machen seit den Sanktionen. Sie sind halt doch eine grosse Kaufkraft und gerade als City Hotel in Zürich ist das Leoneck starkt getroffen.